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Am 18. April 1996 ist die T3D-Doppeltraktion mit Tw 449 (Baujahr 1974) der Chemnitzer Verkehrs-AG
(CVAG) auf der Linie 2 unterwegs.
(Foto: Erik Hjelme)
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Ziemlich bald nach dem Anlaufen der Serienproduktion des
T2 wurde mit der
Entwicklung des Types T3 begonnen. Der T3 sollte leichter als der
T2 sein, aber
die gleiche Kapazität aufweisen. Deshalb wurden die Seitenwände schwächer ausgeführt, und
für die Stirn- und Rückwände wurde Laminat verwendet.
Der Prototyp des T3 wurde 1960 in Prag erprobt. Er hatte noch wie sein Vorgängertyp
T2 Türen ungleicher Breite. Gegenüber den vorherigen Typen
T1 und
T2 kam es zu einigen Änderungen. Die
Polstersitze, die noch in die ersten Lieferungen der T3 eingebaut wurden, ersetzte man ab 1964 durch
Laminatsitze. Während bei den früheren Typen der Wagen noch durch das Einblasen von durch die
Fahrwiderstände erwärmter Luft beheizt wurde, so erhielten die T3 Heizkörper unter den Sitzen.
Die elektrische Ausrüstung wurde so geändert, daß das Führen von Dreiwagenzügen
möglich wurde.
Die Wagen des Typs T3 wurden an alle Straßenbahnbetriebe in der CSSR geliefert. Am stärksten
waren die T3 in Prag vertreten.
Im Jahre 1971 bekam der Prototyp-Wagen 6000 eine geänderte elektrische Ausrüstung, bei der eine
Thyristorsteuerung erprobt werden sollte. Der Wagen gehörte dem Werk und wurde erst ab 1973 probeweise
mit der Nummer 8003 bei den Prager Verkehrsbetrieben im Personenverkehr eingesetzt. Nach Abschluß der
Erprobungen diente der Wagen als Muster für den Umbau älterer T3 in den Städten Bratislava,
Brno, Kosice, Ostrava und Prag. Die umgebauten Wagen wurden als T3M bezeichnet. Aus Kostengründen wurden
jedoch nur wenige Wagen umgebaut. Fast alle T3 stehen auch heute noch im Einsatz. Zusammen mit den praktisch
gleichen Wagen T3SUCS bilden sie das Rückgrat des Fuhrparkes der Straßenbahnbetriebe der ehemaligen
CSSR.
T3SUCS
Mit Ausnahme der beiden 1980 nach Kosice gelieferten Wagen wurde die Produktion des T3 im Jahre 1976
eingestellt. Zu Beginn der achtziger Jahre waren aber die Typen
T1 und
T2 ausmusterungsreif und mußten schleunigst ersetzt werden. Da vorgesehen
war, daß ab 1985 die Produktion der Gelenkwagen
KT8D5 anlaufen sollte,
entschied die Verkehrsverwaltung im Innenministerium, welcher der Nahverkehr unterstand, daß bis zum
Anlaufen der Produktion von Gelenkwagen noch weiterhin der T3 für die CSSR hergestellt werden sollten.
Hätte aber der Hersteller, so wie früher, die klassischen T3 geliefert, so wäre der Preis
für die Wagen nicht zu halten gewesen. Der Grund lag darin, daß die Thyristorsteuerung TV1
mittlerweile schon veraltet war, eine andere aber nicht in die Wagen eingebaut werden konnte. Der wegen der
verschiedenen Auffassungen über den Preis zwischen dem Hersteller und der Verwaltung für Verkehr
entstandene Konflikt konnte schließlich dadurch gelöst werden, daß der Exporttyp T3SU an die
CSSR geliefert werden sollte. Bei diesem Fahrzeugtyp bestand keine Preisregelung. So entstanden die T3SUCS,
die dann wegen der verspäteten Fertigstellung der
KT8D5 in einer
wesentlich größeren Stückzahl als ursprünglich geplant geliefert wurden.
Von der Exportausführung unterscheidet sich der T3SUCS nur unbedeutend. Im Gegensatz zum T3 weist
der T3SUCS geschlossene Triebfahrzeugführerkabinen und mehr Sitzplätze auf. Die Stufen zum Dach sind
bei der hinteren statt bei der mittleren Tür angeordnet. Ebenso wie bei den T3 ist eine Vielfachsteuerung
eingebaut, und beide Ausführungen können zusammen Züge bilden.
T3SU
Nach dem erfolgreichen Export des
T2SU für die UdSSR wurde auch ein
langfristiger Vertrag über die Lieferung von T3SU abgeschlossen. Die ersten Wagen wurden 1963 nach Moskau
geliefert und danach in weitere 33 Städte der UdSSR.
Bis 1976 wurden die Wagen in der Ausführung mit 2 Türen, dann auf Kundenwunsch mit 3 Türen
ausgeliefert. Ebenso wie der Vorgängertyp
T2SU erhielt der T3SU eine
geschlossene Triebfahrzeugführerkabine. Die elektrische Ausrüstung wurde je nach Lieferort der
extremen Witterungsbedingungen angepaßt.
In der Straßenbahngeschichte sind die T3SU die mit der größten Stückzahl (11368 !)
gebauten Triebwagen. Jedoch hat dieser Rekord auch seine Schattenseite. Die UdSSR als Hauptabnehmer der
Produktion der Tatra-Werke bestand zu lange auf die Lieferung eines unveränderten Typs, so daß sich
die Entwicklung der neuen Straßenbahnserie T5 stark verzögerte.
T3D
Nach Probefahrten der aus Prag stammenden Triebwagen 6401, 6402 und 6405, die zwischen Dezember 1964 und
Mai 1965 in Dresden stattfanden, entschloß man sich, die inländische Straßenbahnproduktion
einzustellen und zukünftig nur noch Fahrzeuge aus der CSSR zu importieren.
Die Wagen konnten wegen ihrer Breite von 2.50 m nur in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) und Schwerin eingesetzt
werden. Für diese beiden Städte entstand die Ausführung T3D. Als wesentlichster Unterschied zum
T3 ist die geänderte Übersetzung zu erwähnen, die die Höchstgeschwindigkeit auf 55 km/h
herabsetzt, dafür jedoch eine höhere Zugkraft ergibt, die es erlaubt, einen Beiwagenbetrieb
durchzuführen. Auch die elektrische Ausrüstung wurde für den Beiwagenbetrieb ergänzt.
Desweiteren wurden die Fahrzeuge mit einer Türbetätigung durch den Fahrgast ausgestattet.
B3D
Bei den Beiwagen für die Triebwagen T3D verwendete man die gleichen
Wagenkästen wie für die Triebwagen. Die Beiwagen können in Zügen mit
einem Triebwagen ("Minizug") oder zwei Triebwagen ("Großzug")
eingesetzt werden. Wie auch die T3D erhielten die B3D Türen mit
zentraler Schließung und Öffnung durch den Fahrgast. Die
elektromagnetischen Scheibenbremsen werden vom Triebwagen aus betätigt.
T3YU
Schließlich interessierte sich auch Jugoslawien für den Kauf tschechoslowakischer
Straßenbahnwagen. Im Jahre 1967 wurde der Prototyp der Exportausführung T3YU
gebaut. Als Änderung gegenüber dem T3 wurde hier nur der Stromabnehmer über
dem hinteren Drehgestell angebracht. Die Erprobungen des Wagen wurden in
Sarajevo durchgeführt. T3YU-Triebwagen kamen auch nach Osijek. Diese Wagen
erhielten 1000 mm - Drehgestelle, der Stromabnehmer wurde über dem vorderen
Drehgestell angebracht. Diese Wagen glichen trotz der Bezeichnung T3YU mehr
den T3, die für die Meterspurbetriebe in Bratislava und Liberec geliefert
wurden. Die letzte Lieferung von vier Wagen aus dem Jahre 1982 erhielt die
für Beiwagenbetrieb geeignete elektrische Ausrüstung des T3D. Diese Wagen
waren außer jenen für Pjatigorsk in der UdSSR die einzigen schmalspurigen T3,
die aus der CSSR exportiert wurden.
B3YU
Mit der letzten Lieferung von Triebwagen des Typs T3YU kamen auch vier
Beiwagen des Typs B3YU nach Osijek. Diese Beiwagen unterscheiden sich
von den B3D nur durch die Drehgestelle für eine Spurweite von 1000 mm.
T3R
Aufgrund der Abmachungen im Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe entschied
sich schließlich auch Rumänien für den Kauf von Straßenbahntriebwagen aus der
CSSR. Die T3R unterschieden sich von den T3 durch die geänderte elektrische
Ausrüstung für eine Betriebsspannung von 750 V. Die Erprobungen fanden 1970
in Galati statt, wo die T3R ausschließlich zum Einsatz kamen. Die breiten
Wagenkästen verhinderten den Einsatz dieser Fahrzeuge bei anderen rumänischen
Betrieben.
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T3 |
B3 |
| Länge über Kupplungen: |
15200 mm |
15200 mm |
| Wagenkastenlänge: |
14000 mm |
14000 mm |
| Wagenkastenbreite: |
2500 mm |
2500 mm |
| Wagenkastenhöhe: |
3050 mm |
3050 mm |
| Drehzapfenabstand: |
6400 mm |
6400 mm |
| Achsabstand der Fahrgestelle: |
1900 mm |
1900 mm |
| Sitzplätze: |
23 (T3SU: 36) |
28 |
| Stehplätze: |
87 (T3SU: 59) |
96 |
| Motorentyp: |
TE 022 |
|
| Motorleistung: |
4 * 40 kW |
|
| Höchstgeschwindigkeit: |
65 / 55 km/h |
|
In den Jahren 1960 bis 1989 wurden insgesamt 13991 Fahrzeuge des Typs T3
und 122 Fahrzeuge des Typs B3 gebaut.
Fahrzeugstatistik T3
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
Nummern |
| Bratislava |
1964-1968 |
58 |
267 - 3081) |
| Brno |
1963-1972 |
109 |
495 - 580, 1581 - 1603 |
| Kosice |
1963-1980 |
97 |
243 - 319, 326 - 3352) |
| Liberec |
1965-1973 |
20 |
29 - 48 |
| Most |
1967-1972 |
9 |
290 - 298 |
| Olomouc |
1966-1970 |
30 |
116 - 145 |
| Ostrava |
1965-1975 |
97 |
701 - 7973) |
| Plzen |
1964-1976 |
48 |
160 - 207 |
| Prag |
1960-1976 |
901 |
6101 - 6992 |
| Summe |
1960-1980 |
1369 |
|
| 1) |
Weitere Nummern: 202, 203, 204, 207, 209, 210, 211, 213, 215, 218, 221, 222, 223, 224, 228 und 229.
Diese Nummern erhielten die T3-Tw von ausgemusterten T2-Tw.
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| 2) |
Weitere Nummern: 229, 238, 239, 261, 267, 268, 398, 301 und 302. |
| 3) |
Aus Ersatzteilen wurde noch der Triebwagen 798 zusammengebaut. |
Fahrzeugstatistik T3SUCS
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
Nummern |
| Bratislava |
1983-1989 |
130 |
717 - 736, 7737 - 7846 |
| Brno |
1985-1989 |
53 |
1604 - 1656 |
| Kosice |
1982-1989 |
89 |
336 - 424 |
| Liberec |
1983-1987 |
34 |
49 - 83 |
| Most |
1982-1987 |
67 |
204, 205, 210, 211, 214, 222 - 225, 227 - 238, 240 - 254, 257, 259 - 261, 264, 266, 269, 271, 274 - 279, 282 - 284, 300 - 313 |
| Olomouc |
1983-1987 |
39 |
146 - 184 |
| Ostrava |
1983-1987 |
127 |
901 - 1027 |
| Plzen |
1982-1987 |
80 |
208 - 287 |
| Prag |
1982-1989 |
292 |
7001 - 7292 |
| Summe |
1982-1989 |
911 |
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Fahrzeugstatistik T3SU
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
| Barnaul |
1967-1985 |
444 |
| Charkow |
1967-1987 |
735 |
| Dnjeprodserschinsk |
1972-1986 |
183 |
| Dnjepropetrowsk |
1968-1987 |
370 |
| Donezk |
1967-1987 |
251 |
| Gorkij (Nischni Nowgorod) |
1978-1986 |
220 |
| Grosnyi |
1981-1986 |
70 |
| Irkutsk |
1967-1968 |
30 |
| Ischewsk |
1966-1986 |
270 |
| Kalinin (Twer) |
1967-1986 |
306 |
| Kiew |
1964-1987 |
923 |
| Kramatorsk |
1967 |
2 |
| Krasnodar |
1980-1986 |
115 |
| Kriwoi Rog |
1986-1987 |
50 |
| Kuibyschew (Samara) |
1964-1986 |
619 |
| Kursk |
1966-1987 |
278 |
| Moskau |
1963-1987 |
2069 |
| Nowokusnezk |
1967-1986 |
215 |
| Odessa |
1966-1987 |
484 |
| Ordschonikidse (Wladikawkas) |
1972-1987 |
129 |
| Orel |
1976-1985 |
85 |
| Pjatigorsk |
1967-1987 |
117 |
| Riga |
1974-1987 |
243 |
| Rostow na Donu |
1967-1987 |
405 |
| Swerdlowsk (Jekaterinburg) |
1964-1986 |
530 |
| Saporoschje |
1966-1987 |
304 |
| Schdanow (Mariupol) |
1967-1975 |
32 |
| Taschkent |
1983-1985 |
18 |
| Tula |
1965-1986 |
401 |
| Ufa |
1966-1987 |
360 |
| Uljanowsk |
1966-1986 |
401 |
| Wolgograd |
1967-1987 |
425 |
| Wolschskij |
1967-1980 |
75 |
| Woronesch |
1977-1986 |
209 |
| Summe |
1963-1987 |
11368 |
| Bemerkung: Betriebsnummern sind keine bekannt. Zum Teil wurden die Triebfahrzeuge auch
sofort nach Inbetriebnahme durch Techniker des Herstellers in andere Städte umgesetzt.
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Fahrzeugstatistik T3D
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
Nummern |
| Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) |
1968-1988 |
132 |
401 - 532 |
| Schwerin |
1973-1988 |
115 |
201 - 297, 401 - 418 |
| Summe |
1968-1988 |
247 |
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Fahrzeugstatistik B3D
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
Nummern |
| Karl-Marx-Stadt (Chemnitz) |
1973-1988 |
62 |
701 - 762 |
| Schwerin |
1973-1988 |
56 |
301 - 347, 351 - 359 |
| Summe |
1973-1988 |
118 |
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Fahrzeugstatistik T3YU
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
Nummern |
| Osijek |
1968-1982 |
26 |
6839 - 6848, 7211 - 7222, 8223 - 8226 |
| Sarajevo |
1967-1969 |
20 |
120 - 139 |
| Summe |
1667-1982 |
46 |
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Fahrzeugstatistik B3YU
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
Nummern |
| Osijek |
1982 |
4 |
8201 - 8204 |
Fahrzeugstatistik T3R
| Stadt |
Baujahre |
Anzahl |
Nummern |
| Galati |
1971-1974 |
50 |
1 - 50 |